spc - 2. Segeltag - 22.08.10 go to ... 21.08. 22.08. 23.08. 24.08. 25.08. 26.08. 27.08. 28.08.

RDS : Klaus
Kitchen Boys : Bernd & Detlef


Tages-Telegramm :
(Blaue Grotte unter Wasser = keine Besichtigung, strammer Wetterbericht, segeln was das Zeug hält, Malerischer Planabendanker ade = falsche Welle, neue Route und langer Motorschlag, Wasseralarm an Bord, Distress-Meldung fremder Segler, rk an Mooring und Mole in Kut, gutes Restaurant, kein schönes Wetter, wann haben wir an einem Tag über 8 Stunden an Deck verbracht und über 50 sm gesegelt? = muss wohl das 1. Mal gewesen sein)

Start :43°27,06'N016°08,71´EHafen Veli Drvenik
Zwischenziel : 43°02,75´N016°05,15´EHafen Komiza
Ziel : 43°03,52´N016°11,91´EHafen Vis Kut

9:15 Uhr ab Hafen Veli Drvenik - 8:30 Std in Fahrt - an Hafen Vis Kut 17:45 Uhr
50,1 sm durchs Wasser - Motor 17,6 sm und Segel 32,5 sm |-| 47,2 sm GPS | 6,0 kn/h

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spc :
Gut ausgeschlafen waren wir zum Frühstück um 08:30 alle fit. Wohin geht´s heute, können wir unseren Plan halten? Dieser sollte uns zunächst zur blauen Grotte, die wir mit dem Dingi erkunden wollten, führen. Die aktuelle Wetternachricht per SMS um 09:30 kündigte Wind 3-4 Bft. Aus OSO mit Böen von 6-7 Bft. und zum Abend drehend auf SO und leicht auf 4 Bft. abnehmen, an. In der Nacht dann drehend auf S mit 2-3 Windstärken. Das Barometer war mit 1019 relativ stabil. Wir entschlossen uns trotzdem unserem Plan zu folgen und Tono legte zum ersten Mal in seiner Seglerkarriere bravourös um 09:15 in Richtung Vis und zur blauen Grotte auf Bisevo ab. An der Buchtausfahrt konnten wir sofort Segel auf Steuerbord setzen und bei halben Wind aus O nahmen wir ordentlich Geschwindigkeit auf. Da der Wind auf 5-6 Bft zunahm refften wir die Segel um 12:20 und um 12:30 ein zweites Mal. Nach 32,5 sm unter Segel, dass war ein richtig toller Schlag, lag die Blaue Grotte auf der kleinen Insel Bisevo in Sichtweite. An eine Besichtigung mit unserem Dingi war aber überhaupt nicht zu denken.

Durch den starken Wind hatte sich eine richtige Welle aufgebaut und der Grotteneingang wurde mit Wellen von 2 ½ Meter überflutet. Also Kehrtwende bei 42°59,10´N und 016°01,56´E und durch die Windpassage in Richtung Vis unter Motor wo wir im Hafen Komiza kurz vor der Hafenmole den Anker warfen um uns zu verschnaufen. Der Seegang in der Passage hatte Klaus etwas zugesetzt. In unmittelbarer Nähe hatte eine Yacht mit Motorschaden Anker geworfen und wartete auf den Marinaservice. Die Crew hatte nicht bemerkt, wie eine Bugfestmacherleine über Bord ging und in die Schraube geriet (man sollte auch die Leinen in der Backskiste nach Gebrauch verstauen).


Unser Anker hielt nicht richtig und wir wollten weiter. Aber was machen wir jetzt? Wir hatten einen schönen Abendanker in der Mala Travna-Bucht geplant. Da diese genau auf der östlichen Seite von Vis lag, war aufgrund der Welle dieses Ziel nicht erreichbar. Wie schon am Vortag, entschlossen wir uns die Nordseite von Vis entlang zu segeln und die im NNO der Insel gelegene Bucht Stoncica anzulaufen.

Also aus der Hafenbucht heraus und abfallen über Steuerbord. Aber … der Wind drehte plötzlich von O auf ONO und wir hatten die Welle voll gegenan stehen. Eigentlich wollten wir doch bei schönen Halbwindkurz unserem Abendziel entgegen segeln sch….. Eine Schlechtwetterfront mit Regen und der Welle gegenan, das muß doch nicht sein. Auch würde bei diesem Wind ein hoher Schwell in der ausgesuchten Bucht stehen. Es blieb uns nichts anderes übrig als bei diesem Wetter auf halber Strecke den Hafen Vis Kut anzulaufen der in einer großen Bucht in Lee lag. Unter Motor kämpften wir uns durch die See. Mehrfach wurde in unserer Yacht Alarm ausgelöst, da Wasser in der Bilge stand, aber nicht weiter gefährlich war. Auch kamen über Funk mehrere DISTRESS-ALERTS von einem anderen Boot, das wir aber nicht erreichen konnten.

Um 17:45 legte Detlef dann punktgenau rk an der Mole von Kut (lag am Ende der Bucht auf der östlichen Seite) mit der letzten Muringleine an. Wir lagen als letztes Boot in einer langen Reihe von Charterschiffen, der Hafen oder besser Molenmeister kassierte eine Gebühr von 269 Kuna. Mit 50,1 sm, davon 32,5 unter Segel und den bescheidenen Wetterbedingungen ging mit über 8 ½ Stunden on Board ein langer und anstrengender Segeltag zu Ende, an dem es allen bis auf Tono etwas schlecht ging. Nach einem Tunfischbrötchen schmeckte aber wieder der Anleger richtig gut. Ein wenig Schlaf, Bernd und Detlef befassten sich mit den Winden, einige duschten. Das Wetter mit Regen und dichter Bewölkung gefiel uns nicht = so kann das doch nicht bleiben. Der Wetterbericht ist auch nicht zuverlässig.

    

Tono reservierte dann persönlich in der Konoba Vatrica Tel. 0385(0)21711574 Plätze für das Abendessen. Diese lag nur 100 Meter von unserem Liegeplatz direkt an der Mole. Nach einem Crewfoto mit Selbstauslöser bekamen wir um 20:30 eine Spezialität der Konoba = Nudelsuppe mit Bohnen auf den Tisch. Die anschließende gemischte Fischplatte für alle war ein Genuß. Mit einem Espresso und Kräuterschnaps, anstatt Slivovic, schlossen wir das Abendessen ab, das mit 150,- € ein annehmbares Preis-Leistungsverhältnis für 4 Personen hatte.

  

    

Dann kam der Wetterbericht per SMS für den kommenden Tag: Wind aus S schnell auffrischend auf 5 Bft., ab Mittags 2-3 Meter Welle = unsere Törnplanung können wir wohl vergessen. Sollen wir die Küste von Hvar in Lee nehmen, aber das werden wir morgen früh besprechen.

Um 22:30 Uhr zurück an Bord ging es sofort in Kojen, denn der nächste Tag kündigte sich ja bereits mit seglerischen Herausforderungen an.


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